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Am 14. November 2021 findet der diesjährige Volkstrauertag statt. Er dient dazu, allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Dies umfasst die gefallenen Soldatinnen und Soldaten aller Länder, aber auch Juden, Sinti, Roma und andere verfolgte Minderheiten ebenso wie alle physisch und psychisch Geschundenen sowie die Kriegsgefangenen.

In diesem Jahr steht dieser Gedenktag unter dem besonderen Vorzeichen, dass 1941, also vor 80 Jahren, der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion stattfand und damit ein erbarmungsloser ideologischer Vernichtungskrieg. Die Sowjetunion hatte dabei mehr als 26 Millionen Tote zu beklagen, das sind die größten Verluste aller Kriegsbeteiligten. Wie geht man mit diesen Zahlen, mit diesen Lasten der Vergangenheit um?

Wolfgang Schneiderhan, der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., schreibt in seinem Geleitwort zum diesjährigen Gedenktag: "Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen und wir können es auch nicht ignorieren, relativieren oder umdeuten. Der einzige Weg, der uns bleibt, ist, dafür einzutreten, dass sich Krieg und Diktatur nicht wiederholen können. Wir müssen uns mit aller Kraft im Inneren für Demokratie und Toleranz und im Äußeren für Verständigung und Versöhnung engagieren."

Da die Feierlichkeiten auf dem Friedhof der Gemeinde Altshausen in diesem Jahr leider coronabedingt wieder ausfallen müssen, hat sich die Klasse 10 des PG intern mit Texten zum Thema beschäftigt und so versucht, ihren kleinen Teil zum Gedenken, aber auch zur Verteidigung von "Demokratie und Toleranz" beizutragen.

Andreas Büchele, Geschichtslehrer Klasse 10

 

Nicht aus der Kindheit
von Julia Drunina

Nicht aus der Kindheit, aus dem Krieg stamm ich.
Und teurer scheint mir wohl aus diesem Grunde
Als dir die Stille und mehr wesentlich
Ein jeder neue Tag und jede Stunde.

Nicht aus der Kindheit, aus dem Krieg stamm ich.
Und ich begriff im Ansturm der Gefahren,
Wir sind verpflichtet heut und ewiglich,
Den kleinsten zarten Grashalm zu bewahren.

Nicht aus der Kindheit, aus dem Krieg stamm ich.
Und bin von dünner Haut bis an mein Ende.
So viele Helden ließ das Herz im Stich,
Und du hast ungewöhnlich raue Hände.

Nicht aus der Kindheit, aus dem Krieg stamm ich.
Verzeih mir, Freund - die Schuld, sie trifft nicht mich.

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